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Erste Hilfe – Wenn Baby oder Kind akute Hilfe benötigt

Wenn sich ein Kind verletzt hat und Unfallhilfe geleistet werden muss da es vielleicht in Lebensgefahr schwebt, müssen Eltern schnell und gezielt handeln. Aber auch die kleinen „Wehwehchen“ wie Nasenbluten, harmlose Schürfwunden oder Insektenstiche können durch richtige Handgriffe rasch behandelt werden.

Erste Hilfe bei...

Was istzu tunbei?
BissenErtrinkenInsektenstichen
NasenblutenSchnitt- und SchürfwundenStromschlag
StürzenVerbrennungen und VerbrühungenVergiftungen und Verätzungen
Verschlucken

Lebensrettungsmaßnahmen

Die Kenntnis einiger wichtiger Lebensrettungsmaßnahmen ist für Eltern unerlässlich, damit sie die Möglichkeit haben, bei Unfällen eingreifen zu können. Um ganz sicher zu gehen, wäre der Besuch eines Erst-Hilfe-Kurses empfehlenswert (zum Beispiel beim Roten Kreuz oder bei der Johanniter-Unfallhilfe). In diesen Kursen kann man mehr Sicherheit im Umgang mit Unfallopfern lernen. Über spezielle Erst-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern informiert ein entsprechender Spezialkurs zu diesem Thema.

Stabile Seitenlagerung bei Bewusstlosigkeit

Zu den wichtigsten lebensrettenden Maßnahmen gehört die stabile Seitenlagerung, in die Sie das Kind dann bringen müssen, wenn es bewusstlos ist.

Das Kind liegt auf dem Rücken. Sie knien seitlich neben dem Körper und schieben behutsam den Arm des Kindes, der zu Ihrer Körperseite zeigt, gestreckt unter seinen Körper.

Nun wird das Bein auf der gleichen Körperseite angebeugt. Danach fassen Sie das Kind an den Schultern und auf der Hüfte an der gegenüberliegenden Körperseite und drehen es ganz langsam zu sich herüber.

Den Arm, der unter dem Körper liegt, ziehen Sie am Ellenbogen ein wenig hervor und winkeln ihn an. Danach schieben Sie den Kopf des Kindes in den Nacken, so dass der Hals leicht überstreckt ist, das Gesicht zeigt dabei leicht nach unten zum Boden hin. Abschließend schieben Sie die Finger der oben liegenden Hand unter die Wange.

Mund-zu-Mund-Beatmung bei Atemstillstand

Atmet das Kind nicht mehr, muss es wieder belebt werden. Dazu müssen Sie jedoch erst prüfen, ob die Luftwege des Kindes frei sind. Befindet sich Erbrochenes, Blut, Schleim, Wasser, Fremdkörper wie Kaugummi Oder Bonbons im Mund, so drehen Sie den Kopf des Kindes zunächst seitlich nach unten und leeren Sie seinen Hals-Rachen-Bereich, indem Sie mit dem Zeigefinger in den Mund des Kindes fahren. Erst wenn die den Luftstrom blockierenden Flüssigkeiten herausgelaufen sind und/oder eiin Fremdkörper entfernt wurde, beginnen Sie mit der Beatmung.

Dazu legen sie das Kind auf den Rücken und knien sich seitlich neben seien Körper in Höhe des Kopfes. Umfassen Sie nun den Kopf mit einer Hand oberhalb der Stirn, mit der anderen das Kinn. Biegen Sie den Kopf des Kindes nach hinten in den Nacken, damit die Luftwege frei sind. Oftmals können diese Griffe schon helfen, dass die Atmung wieder einsetzt. Atmet das Kind immer noch nicht, so umschließen Sie bei Kleinkindern Mund und Nase mit Ihrem Mund. Pusten Sie nun Ihre Ausatmungsluft mit vier kurzen Atemstößen in die Lunge des Kindes. Das Luftspenden erfolgt aber ohne starken Druck, das heißt, Sie atmen nicht völlig aus. Während Sie Ihre Hände noch immer in der beschriebenen Stellung am Kopf und Kinn des Kindes halten, drehen Sie zunächst Ihren Kopf zur Seite und beobachten Sie das Kind, ob sich sein Brustkorb und Oberbauch anheben und senken.

Bei dieser Gelegenheit nehmen Sie selbst ein paar Atemzüge. Danach wiederholen Sie die Atemspende alle zwei Sekunden so lang, bis das Kind von selbst zu atmen beginnt.

Bei größeren Kindern umschließen Sie mit Ihren Lippen den Mund des Kindes und mit der oberen Hand halten Sie seine Nase zu. Nach vier kurzen Atemstößen überprüfen Sie wieder, ob sich Brust und Bauch heben, danach die Atemspende alle drei Sekunden wiederholen.

Lässt sich der Mund des Kindes durch einen Krampf nicht öffnen, muss die Beatmung über die Nase erfolgen. Dazu drücken Sie den Unterkiefer nach vorne und oben und schließen Sie mit dem Daumen den Mund des Kindes, indem Si die Unterlippe gegen die Oberlippe drücken. Während Sie den Kopf in dieser Stellung halten, nehmen Sie die Nase des Kindes in den Mund und verfahren weiter, wie oben beschrieben.

Wiederbelebung und Herzstillstand

Bei einem Unfall mit Herzstillstand muss sofort eine Herzmassage durchgeführt werden. Die ruckartigen Stöße pressen das Herz zusammen und regen dadurch den Blutkreislauf an. Dazu muss das Kind auf einer harten Unterlage liegen (vom Bett auf den Boden legen!). Danach wird die Kleidung entfernt, so dass Sie das kleine Brustbein zwischen den Rippen ertasten können.

Bei einem Baby umspannen Sie den Oberkörper mit Ihren Händen und legen Ihre Daumen auf die Mitte des Brustbeins übereinander. Mit diesem Handgriff üben Sie nun kurz auf den Körper aus, danach lassen Sie kurz los und drücken wieder etwa 1 bis 2 Zentimeter tief ein. Diese rasche Grifffolge muss 100- bis 120mal in der Minute durchgeführt werden.

Handelt es sich um ein Kleinkind, so legen Sie den Handballen einer Hand auf das Brustbein. Mit dieser Hand führen Sie kurze, kräftige Stöße 90- bis 100mal pro Minute aus. Die Körperdecke sollte etwa drei bis vier Zentimeter eingedrückt werden.

Bei einem größeren Kind legen Sie Ihre Hände (eine Hand über die andere) auf den unteren Bereich des Brustbeins. Etwa 90mal pro Minute führen Sie die ruckartigen Stöße aus und drücken dabei vier bis fünf Zentimeter ein

Bei Herzstillstand setzt auch die Atmung aus! Deshalb ist es erforderlich, Herzmassage und Nasenatmung miteinander zu kombinieren. Sind sie in dieser Notsituation alleine, müssen sie zunächst mit der Beatmung (fünf Atemstöße) beginnen, und danach führen Sie etwa 15mal auf dem Brustbein die Herzmassage wie oben beschrieben aus. Anschließend folgen zwei Atemzüge mit vier kurzen Atemstößen und 15mal Druckausübung auf das Brustbein

Sind zwei Personen zur Stelle, sollte die eine die Beatmung und die andere die Herzmassage übernehmen. Das Verhältnis ist, dass auf eine Beatmung fünf Herzkompressionen folgen.

Das gehört in Babys Hausapotheke

  • Bei kleineren Verletzungen bzw. Unfällen ein jodfreies Desinfektionsmittel (brennt nicht)
  • Verbandmaterial (Pflaster und Mullbinden)
  • Verbandschere und eine Splitterpinzette
  • ein digitales Fieberthermometer (sie sind bruchsicher und sehr genau)
  • milde Fieberzäpfchen (vor Verabreichung immer den Arzt fragen)
  • Fenchel- und Kamillentee, Nasentropfen, Zinksalbe für den wunden Po sowie ein Medikament gegen Schaumbildung bei Vergiftungen mit Chemikalien.
  • In die Hausapotheke gehören die aktuellen Telefonnummern vom Kinderarzt, Notarzt und der nächsten Giftnotzentrale.
Erste Hilfe
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